AFD ist (nicht) o. k. – der Text für Kinder

Foto von Senem und Kind. Sie sind auf dem Potsdamer Platz zu einer Demo. Mit einem Schild: AFD ist nicht o.k. Mala und Makek sind mit Fußball und Deutschlandfahne in das Bild eingefügt.

AFD – was soll das denn sein?

Jetzt wird es wirklich kompliziert. Fangen wir also von vorne an. A, F und D sind 3 Buchstaben. Vielleicht kennst du ja auch schon den ein oder anderen? Die Buchstaben in deinem Namen zum Beispiel. Nein? Macht nichts. Spätestens in der Schule lernst du sie nämlich alle kennen.

Die 3 Buchstaben A, F und D sind in diesem Fall der Name einer Partei. Genau genommen die Abkürzung für die Wörter „Alternative für Deutschland.“ Und das bringt uns gleich zur nächsten Frage:

Die Buchstaben A,F und D. Mala un Mkek turnen auf den Buchstaben herum.

Was ist eine Partei?

Eine Partei ist eine Gruppe von Menschen. Gehst du in den Kindergarten? Dann bist du bestimmt auch in einer Gruppe. Wir zum Beispiel waren in unserem Waldkindergarten in der gelben Gruppe. Oder, wenn du zur Musikschule gehst oder Fußball spielst, in einem Chor singst oder turnst – machst du das wahrscheinlich mit anderen Kindern zusammen. In einer Gruppe.

Und wieso sagt man dann Partei und nicht einfach Gruppe?

Okay, da haben wir wohl ein bisschen viel geredet und sind vom Thema abgekommen. Entschuldige. Eine Partei ist nämlich eine spezielle Gruppe. Die Menschen, die zu einer Partei gehören, haben alle die gleichen Ideen und Ziele.

Zum Beispiel gibt es dort, wo wir Lärchenzapfen wohnen, eine Partei mit dem Namen „Zapfen gegen Müll“ kurz ZGM. Die Mitglieder dieser Partei sind alles Zapfen. Lärchenzapfen, Tannenzapfen oder Fichtenzapfen. Sie haben folgende Idee: eine Welt ohne Müll. Sie verfolgen deshalb das Ziel, immer weniger Müll zu machen. Und dafür setzen sie sich ein.

Kurz gesagt: Die Menschen und Zapfen einer Partei machen Politik.

Zwei BIlder. 1. Bild (links): Mala und Makek schaukeln in zwei Turnringen. 2. Bild (rechts): Ein Kind baut mit Duplosteinen. Mala und Makek haben Bauhelme auf und schauen zu.

Ach, was ist denn Politik nun wieder?

Ja, da haben wir uns heute aber wirklich ein schwieriges Thema rausgesucht. Lasst uns ganz kurz überlegen.

Bestimmt wisst ihr, was eine Königin ist oder ein König. Ja genau – ein Mann oder eine Frau mit einer Krone. Und wisst ihr auch, was die machen? Ein König oder eine Königin ist der Chef von einem ganzen Land. Einfach so, weil ihr Mama und Papa auch schon König und Königin waren.

In Deutschland haben wir aber schon lange keine Könige mehr. Einen Chef gibt es aber trotzdem. Und den nennt man Kanzler. Als Kanzler muss man nicht unbedingt zu einer Partei gehören. Bisher waren aber alle Kanzler Mitglied einer Partei. Zurzeit ist Angela Merkel die Kanzlerin von Deutschland.

Zwei Bilder: 1. Bild (links): EIn Gemälde von einem König mit Krone und Zepter. Mala und MAkek haben sich natürlich auch als Könige verkleidet. 2. Bild (rechts): Angela Merkel, die Kanzlerin von Deutschland.

Was die Kanzlerin von einer Königin unterscheidet, fragst du?

Mmh erst mal trägt sie keine Krone. Außerdem haben die Deutschen sie gewählt. Für vier Jahre. Danach entscheiden die Deutschen wieder neu, wer Kanzler sein soll.

Warum brauchen wir die Parteien?

Du meinst, weil es eh nur einen Chef gibt? Tja, das führt uns zu einem weiteren wichtigen Unterschied zwischen Kanzler und König: Kanzler dürfen nicht alleine über Deutschland bestimmen. Sondern gemeinsam mit vielen anderen Politikern. Die auch gewählt werden und meistens Mitglied einer Partei sind.

In Deutschland gibt es viele verschiedene Parteien. Sie heißen zum Beispiel: die Grünen, die Linke, Sozialdemokratische Partei Deutschlands oder Christlich Demokratische Union. Jede dieser Parteien hat andere Ziele und Ideen. Und das ist wichtig. So kann zum Beispiel jeder eine Partei finden, die er gut findet.

Zwei BIlder: Politiker bei der Arbeit. 1. Bild (links): Vereidigung des Bundespräsidenten. Mala und Makek schauen zu. 2. BIld (rechts): Mala und Makek haben sich in eine Sitzung geschlichen.

Und warum ist dann die AFD nicht o. k.?

Wir – und viele andere – finden die Ziele und Ideen der AFD nicht o.k. Warum nicht, fragst du? Dann könnt ihr euch doch einfach eine andere Partei aussuchen. Richtig, da hast du vollkommen recht. Wir müssen die AFD nicht wählen oder bei ihr Mitglied werden.

Wir wollen aber auch nicht, dass andere Menschen (oder Zapfen) die AFD gut finden. Weil nämlich die Ziele und Ideen der AFD ganz schlimm sind. Hör mal zu, was die Mitglieder der AFD wollen, und dann entscheide selbst.

Sie finden zum Beispiel, dass zu viele Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland kommen.

Zur Zeit fliehen viele Menschen vor Kriegen in ihren Ländern. Die AFD möchte diese Menschen nicht zu uns nach Deutschland lassen. Obwohl sie hier sicher wären und in Frieden leben könnten.

Die Mitglieder der AFD erzählen deshalb Lügen über Menschen aus anderen Ländern. So sollen wir Angst vor diesen Menschen bekommen. Und die AFD wählen.

Zwei Bilder: 1. Bild (links): Menschen mit Deutschlandfahne grenzen sich durch einen Zaun von den anderen Manschen ab. 2. Bild (rechts): Die AFD findet eine Familie darf nur aus einer Frau, einem Mann und Kindern bestehen.

Ein anderes Beispiel:

Die AFD will, dass eine Familie immer aus Papa, Mama und Kindern besteht. Dabei gibt es doch auch andere Möglichkeiten oder nicht? Wieso sollen nicht zwei Frauen ein Kind haben oder zwei Männer. Oder eine Frau alleine. Oder ein Mann. Kann uns das mal einer sagen?

Die AFD hat noch viel mehr Ideen und Ziele. Und glaub mal, sie sind alle ähnlich dumm – finden wir.


Wem gehört eigentlich die Deutschlandfahne – der Text für Kinder

AFD ist (nicht) o. k. – oder wem gehört eigentlich die Deutschlandfahne? – der Text für Erwachsene


Fotonachweis:

  1. Bild: Hallo – in diesem Text geht’s um die AFD: eigenes
  2.  Bild: Buchstaben: eigenes
  3. Bild: Turnringe: pixabay
  4. Bild: Kindergarten: pixabay
  5. Bild: Friedrich V.: Gemälde von Gerard van Honthorst, 1634. Quelle: wikisource
  6. Bild: Angela Merkel: Pressefoto; Quelle:  CDU/Laurence Chaperon
  7.  Bild: Feier: Vereidigung des Bundespräsidenten; Quelle: Deutscher Bundestag / Achim Melde
  8. Bild: Sitzung: Ausschuss für Menschenrechte; Quelle: Deutscher Bundestag / Achim Melde
  9.  Bild: AFD: eigene
  10.  Bild: AFD: eigene